Sternspuren, man spricht auch von Sternstrichspuren oder “Startrails” in Englisch. Hier handelt es sich um Langzeitbelichtungen.
Ein wichtiger Bestandteil ist neben den Sternspuren am Himmel das Vordergrundmotiv auf der Erde. Dies kann ein Baum sein, ein Haus, Berge, die Skyline oder Sonstiges sein.
Im Hintergrund stehen die Sterne im Mittelpunkt. Es ist eine große Menge an Einzelbildern notwendig. Der Vordergrund auf der Erde bleibt gleich.
Da die Erde sich dreht, entstehen Sternspuren. In jedem aufeinanderfolgenden Bild nehmen die Sterne eine andere leicht versetzte Position im Bild ein.
Mit spezieller Software können die Einzelbilder miteinander verreichnet, quasi übereinander gelegt werden. Dadurch entstehen im Bereich der Sterne die sog. Sternstrichspuren.
Das Muster der Spuren ist abhängig von der Länge der Einzelbelichtungen. Unterbrechungen einzelner Sternspuren kommen meist durch aussortierte Bilder zustande, in denen Flugzeuge oder Hubschrauber den Bildausschnitt “durchqueren mussten”. Grund kann aber auch eine Pause zwischen den Aufnahmen sein.
Die Kunst in diesem Bereich ist es, ein Mittelmaß zwischen Vordergrund und Hintergrund zu finden. Für die Sterne sind lichtstarke Optiken im Weitwinkelbereich, eine höhere ISO-Zahl und eine möglichst offene Blende notwendig. So sagt man und wird es überall erklärt. Mit diesen Einstellungen wird jedoch der Bildvordergrund flau, es fehlt an Tiefenschärfe und der Kontrast. Dem kann man mit längerer Belichtungszeit entgegenwirken. Wie man an meinen angegebenen Belichtungswerten sehen kann, halte ich mich fast nie an die allgemeinen Ratschläge (f/18, f/20).
Interessant finde ich, dass einige Sterne zu schwach sichtbar sind, um eine Sternstrichspur zu erzeugen.
Hellere Sterne und Planeten sind entweder weiß, gelb oder blau sichtbar.
Wichtig ist bei der WahI des Ausschnittes auch, dass sich möglichst wenig helle Sterne zu Beginn der Aufnahmen mitten im Bild befinden. Die Aufnahmen sollten mind. so lange erfolgen, bis die Sterne im Bildausschnitt von links nach rechts das Bild durchwandert haben. Das ist jedoch schwer umsetzbar, hochformatige Bilder erleichtern es.
Ideal sind natürlich klare Nächte, um möglichst viele Sterne einfangen zu können. Da diese jedoch leider selten sind, habe ich mich auch am wolkigen Nachthimmel versucht.
Mit Erfolg.